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15.03.2016 – helle, lichte Tage

Meine Farben entstehen im Licht. Wenn ich kein Licht sehe, lebe ich im Dunkeln und kann nicht malen. Licht ist für mich die Droge. Es muss nicht das sonnige Licht sein, auch das diffuse Licht, die weisse Schneelandschaft, oder der Vollmond können meine Lichtquellen sein.

Trotzdem. Ich werde sterben in der Dunkelheit. Licht ist Wärme. Mir geht es so wie den Pflanzen. Ohne Licht öffne ich nicht meine Seele. Und diese brauche ich um Farben zu malen. Meine Bilder entstehen im direkten Zusammenhang mit dem Gefühl der Wärme des Lichts.

Ich habe nie verstanden, wie Maler das Nordlicht suchen. Das Nordlicht verschiebt die Farben nicht. Es ist konstant. Es ist real. Vollkommen klar.

Mich lässt es kalt. Ich brauche den Norden nicht. Ich brauche Luft und Licht und das Wechselspiel der Zeiten. Das ist für mich der Beginn eines Bildes. Die Morgensonne, das Erwachen, die erste Wärme. Daraus wächst mein Bild. Die Farben werde ich hingebungsvoll wählen. Ohne Nachdenken und Überlegen. Es ist ein Flow. Der Kopf schläft dabei und die Hand folgt dem Impuls des Fühlens. Wahrhaft glückliche Augenblicke.

Während ich schreibe sitze ich in Kissen gebettet auf dem Boden. Meine Hund aalen sich in den ersten Sonnenstrahlen die durch das Wohnzimmer gleiten. Sie machen es mir vor.

Mein Laptop auf meinen Knien. Ich lasse mich bescheinen. So gelingt es mir zu schreiben. Noch besser wäre es, wenn die Temperaturen höher lägen und ich meine ersten Zeilen im Garten auf der Bank schreiben könnte. Dafür ist es noch zu früh im Jahr. Schade.