1. September 2017 – Das Morgenlicht kommt später

 

Ich weiß nicht ob es daran liegt, dass die Tage kürzer werden.

Wenn morgens die Sonne länger braucht um meinen Logenplatz auf der Terrasse in meinem kleinen Garten zu finden und mich sanft, glänzend und wärmend zu berühren. Vielleicht sind es auch die ersten Trapezkünstler der schwerelosen Netze zwischen den Zweigen die sich mit Tautropfen einer Perlenkette füllen, oder ob die klare, frische Luft frühmorgens uns den Wechsel der Zeiten ankündigt? Die Schwalbenkinder üben Saltos mit Sturzflügen, Stare sammeln sich. Die ersten Störche verlassen unser Land.

Natur und Kunst. Wie kann es anders sein, als dass mich jetzt der Reichtum der unendlich vielen Grünnuancen nochmals  verzaubert und fesselt? Festhalten von Licht und Schatten der Schlingpflanzen, das Wilde und Unordentliche, von den letzten Blüten der Rosen, Balsam für die Seele. Ihr Duft meine Seele verzaubert.

Zwischen Verlangen und Bedauern gibt es einen Punkt der Gegenwart…MALEN.

Das lebendige Spiel auf der Leinwand mit Spuren und Farben, Linien und Andeutungen, mit Vergänglichkeit und Aufbegehren, Verschüttetes ent-deckt und noch-nicht-Geschehenes dem Auge versprochen. Erklärungen sind undenkbar, Erfühltes lenkt. Das Unbewußte wird gefeiert!